Roland Breitenfeld:
Ereignisse V



Roland Breitenfeld (*1952)

Ereignisse V (2013)
 für 8 Instrumente und elektronische Klänge

Aufnahme: Uraufführung, Seoul National University, 7. Oktober 2014

Die Ausführenden sind:

 Martina Roth, Flöte – Alexander Ott, Oboe – Walter Ifrim, Klarinette – Wolfgang Rüdiger, Fagott – Nicholas Reed, Schlagzeug – Akiko Okabe, Klavier – Friedemann Treiber, Violine – Beverley Ellis, Violoncello – Roland Breitenfeld, Klangregie.

Der Komponist schreibt zu seinem Stück:
Ereignisse V (2013) für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Klavier, Schlaginstrumente, Violine, Violoncello und elektronische Klänge, komponiert für das Ensemble Aventure, ist Teil eines vielfältig besetzten Zyklus von acht Werken, in dem ich Live-Instrumente mit elektronischen Klängen verbinde, bestehend aus Live-Elektronik und vorproduziertem Klangmaterial aus meinem Freiburger Studio und dem elektronischen Studio der Seoul National University.
In Ereignisse V kommt dem Klavier ein leichtes solistisches Übergewicht zu. Ungewöhnliche Akkorde werden von Arkaden ähnlichen Läufen über die gesamte Klaviertastatur abgelöst. Klänge, die im Inneren des Flügels mit Glaskugeln und Tischtennisbällen erzeugt werden, hört man in den Lautsprechern weiter durch den Zuschauerraum springen. Das In­nere des Klaviers wird somit in den Konzertsaal vergrößert.
Auch in den anderen Instrumenten spielen sich verschiedene Ereig­nisse ab. Die Holzbläser zelebrieren langgestreckte Multiphonics, die mit den Akkorden des Klaviers in Zusammenhang stehen, wobei man letztlich nicht genau unterscheiden kann, welche Klänge von welchen Instrumenten hervorgebracht werden. Wie die Klavierklänge wird auch das Schlagzeug in den Zuschauerraum projiziert. Hier sind es in erster Linie die Metallspira­len, die klanglich eine Brücke schlagen zu vorproduzierten Sounds von gurrenden und aufflatternden Tauben (sie saßen direkt an meinem Fenster), mit einem Superball erzeugten Klängen, den ich über eine Holzplatte gezogen hatte, Schreibgeräuschen auf Papier und letzt­endlich einem gesprochenen Text, der nur noch als Klang wahrnehmbar ist. Die Darabukken im Schlagzeug nehmen die Rhythmen der Tauben u. a. wieder auf und schlagen eine Brücke zurück auf die Bühne.

Roland Breitenfeld wurde 1952 in Dresden geboren. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er während seiner Mitgliedschaft im Dresdner Kreuzchor 1963-1969 unter Rudolf Mauersberger. 1974/75 Musikwissenschaftsstudium an der Martin-Luther-Universität in Halle. Von 1978-1984 Kompositionsstudium bei Paul-Heinz Dittrich in Zeuthen sowie bei Wilfried Krätzschmar an der Musikhochschule in Dresden. Seit 1984 lebt Roland Breitenfeld in Freiburg i. Br., wo er bis 1989 seine Kompositionsstudien bei Klaus Huber, Emmanuel Nunes und Mesias Maiguashca (elektronische Musik) fortsetzte. 1991 gründete er zusammen mit Don Oung Lee die profectio-initiative freiburg, ein Ensemble für elektronische und Neue Musik. Seit 1992 ist er als freier Mitarbeiter des Experimentalstudios in Freiburg tätig. Von 1995 bis 1996 war er Assistent für Computer-Notation im Elektronischen Studio der Musikhochschule in Freiburg, von 2006 bis 2017 hatte er eine Professur für Komposition und elektronische Musik an der Seoul National University inne. Als Interpret elektronischer Musik trat er auf verschiedenen europäischen und asiatischen Festivals auf. Seine Werke werden in Europa, Asien und Südamerika gespielt.